Aus der Brühler Geschichte

 

Brühl, im 5.Jahrhundert n. Chr. von den Franken besiedelt, lag 1157 im Herrschaftsgebiet der Bischöfe von Speyer. Es hatte (lt. Akten) „von Alters her“ eine kath. Kirche. Gottesdienst hielt 1326 der Pfarrer von Lussheim (Altlußheim). Die „capella zu Bruwel“ stand in der Nähe des heutigen Friedhofes; vielleicht ruht die Kriegerkapelle auf ihren Fundamenten. Später pastorierte der Pfarrer von Ketsch in Brühl (1450). In dieser Zeit wird die zweite Kirche erbaut. Sie stand etwa an der Stelle des Chores der heutigen Pfarrkirche.

 

Die Glaubensspaltung fand in Brühl erst bei der Einführung des Calvinismus durch die Kurpfalz (nach 1606) Eingang. Doch zwei Drittel der Bevölkerung blieben katholisch; ihre Kirche aber mussten sie an die Reformierten abgeben. Darauf folgte eine Zeit der religiösen Heimatlosigkeit und Bedrängnis, in der man die Gottesdienste im Freien abhalten musste, bis die Regierung auch dies verbot. Am 22. Juli 1747 konnte endlich der Grundstein für eine neue Kirche (die dritte) gelegt werden; regelmäßigen Gottesdienst bekamen die Katholiken aber erst 1779, was jedoch infolge der staatlich verfügten Aufhebung des Franziskaner-Klosters in Schwetzingen (Säkularisation) von 1801 - 1852 unterbrochen wurde. Diese Kirche - sie stand vor dem Hauptportal der jetzigen Pfarrkirche - wurde baufällig, so dass sie dem vierten Gotteshaus Platz machen musste, der heutigen Schutzengelkirche. Im Jahre 1892 erbauten sich die Brühler Katholiken bereits das heutige Schwesternhaus, und Bühler Schwestern begannen hier ihre caritative Arbeit. Am 23. September 1899 wurde die Schutzengelkirche geweiht, und Erzbischof Thomas Nörber, der hier zuvor fünf Jahre lang als Kaplan gewirkt hatte, erhob Brühl 1903 zur Pfarrei.

 Die Filiale Brühl / Rohrhof geht auf einen Klosterhof der Zisterzienser von Schönau zurück (1152); wahrscheinlich war „Rohrheim“ sogar ein befestigter Platz der Römer („Altpörtel“ von „alta porta“). Die Chorherren bewirtschafteten den Hof etwa 200 Jahre; dann fehlen kirchl. Nachrichten ganz. Die Ländereien finden sich später in Einzelbesitz aufgeteilt. Wo die klösterliche Kapelle gestanden hat, kann man nur noch vermuten; die Klosteranlagen waren nämlich von den neuen Bewohnern als Steinbruch benutzt worden.

 

1912 schuf der erste Pfarrer von Brühl (Franz Adolf Roth) eine Notkirche mit Kindergarten. Zugleich zogen dort Schwestern aus dem Bühler Kloster ein. Wegen Platzmangel wurde 1956 der Bau einer neuen Kirche und eines neuen Kindergartens begonnen. Am Christkönigfest 1957 erhielt die Michaelskirche durch Weihbischof Dr. Schäufele die Konsekration, während der Kindergarten schon zum Advent 1956 bezogen wurde und zeitweise als Notkirche diente.

 

Die Kriegerkapelle in Brühl geht auf eine gestiftete Muttergotteskapelle zurück (1875) und wurde schon nach dem ersten Weltkrieg, besonders nach 1945 als Kriegergedächtniskapelle umgestaltet (Pfarrer Johannes Beykirch). Sie steht am geschichtlich ehrwürdigsten Platz der Gemarkung, also etwa dort, wo in der ersten Brühler Kirche um das Jahr 1000 schon das hl. Opfer gefeiert wurde.

 

Bernhardushaus ist der traditionelle Name unseres Pfarrzentrums, das 1979 fertiggestellt wurde und das „alte“ Bernhardushaus (1928 unter Pfarrer Oskar Fahrmeier erstellt) ersetzt. Es ist ein Ort der Begegnung für Jung und Alt; der Kirchenchor, die Vereine und Gruppen der Ge-meinde treffen sich dort. Denn das Leben der Gemeinde beschränkt sich nicht auf die sonntäglichen Gottesdienste. Wenn eine Gemeinde zu einer geschwisterlichen Gemeinschaft werden will, braucht sie gesellige Begegnung und eine Möglichkeit, sich weiterzubilden (vor allem in religiöser Hinsicht).